Susanne Heinrich

Ich wünsche mir mehr Bewusstsein für Film als Kunstform. Während meines Studiums habe ich gelernt, mich tiefer und anders auf Filme einzulassen. Die Fähigkeit sie so zu sehen wie sie gesehen werden wollen, nicht, wie wir sie sehen wollen, möchte ich gern weitergeben.

Projektbeschreibung:

Ich werde im Workshop meinen Film DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN zeigen.

Der Diskurs-Film macht so ungefähr alles anders als das klassische Mainstream- Kino: Es gibt keine psychologischen Figuren, keinen Plot, keine Entwicklung. Das Schauspiel ist nicht naturalistisch, die Musik nicht atmosphärisch, die Ausstattung nicht realistisch. Zum Glück haben die Schüler*innen die Instrumente der Filmanalyse schon kennengelernt. Sie haben also beste Voraussetzungen, herauszufinden, warum wir diese Form gewählt haben.

Über einen Fragebogen möchte ich feststellen, welche Themen die Schüler*innen besonders interessieren. Das Spiel mit Geschlechterrollen? Die kommentierende Big-Band-Musik? Die seltsame Performance der Darstellenden? Die Zwischentafeln? Oder die episodische Struktur? Ich werde vier Themen herausfiltern und in Kleingruppen diskutieren lassen. Nachdem die Schüler*innen ihre Thesen vorgestellt haben, werden diese noch einmal in der Gesamtgruppe diskutiert. Dabei werden wir auch die Fragen berühren, was ein „politischer Film“ sein kann und ob es einen „weiblichen Blick“ gibt. Den Abschluss bildet eine Fragerunde mit Hauptdarstellerin Marie Rathscheck als Überraschungsgast.

Werke:

DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN (Spielfilm, 2019, Regie)
AMERIKANISCHE GEFÜHLE (Erzählungen, 2011)
SO, JETZT SIND WIR MAL ALLE GLÜCKLICH (Roman, 2010)
DIE ANDERE (Roman, 2007)
IN DEN FARBEN DER NACHT (Erzählungen, 2005)